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Kapitel 1: Wind über Skjoldheim
Der Morgen roch nach kaltem Rauch und feuchter Erde. Über den Dächern von Skjoldheim, dem kleinen Dorf zwischen Fjord und Fels, stand der Nebel wie ein müder Wächter. In der Ferne rief ein Rabe – dreimal, wie es hieß, wenn etwas beginnen sollte. Eirik saß auf dem Felsen hinter dem Langhaus seines Vaters. Seit dem ersten Licht hatte er dort gesessen, die Knie angezogen, das Amulett seines Großvaters in der Hand. Ein kleiner Anhänger aus Horn, glattgerieben von vielen Jahren, eingeritzt mit dem Zeichen für Stärke. Nicht Mut, nicht Ehre – Stärke. So hatte es der Alte gesagt, kurz vor dem Sterben: „Mut hilft dir ins Feuer. Stärke bringt dich wieder raus.“ Er wusste, dass heute der Tag war. Nicht, weil jemand es laut gesagt hätte. In Skjoldheim redete man nicht viel über das, was man tun musste. Aber wenn ein Junge sechzehn Winter gezählt hatte und sein Bart wie Staub auf der Lippe lag, war es Zeit. Zeit, die Welt zu sehen. Zu jagen, zu leben, zu scheitern – allein. Nur so konnte aus einem Sohn ein Mann werden. Sein Vater – Thorbjørn, der Bär – stand schweigend in der Tür. Er trug seine Axt über der Schulter, nicht weil er sie brauchte, sondern weil sie zu ihm gehörte wie das Narbenkreuz auf seiner Stirn. „Wenn du gehst,“ sagte er endlich, „geh nicht, um zu töten. Geh, um zu wissen, wer du bist.“ Dann ging er wieder. Seine Mutter – Ragna – drückte ihm ein kleines Tuch in die Hand, darin getrocknete Kräuter, ein Feuerstein, etwas Brot. Sie umarmte ihn nicht. Doch sie hielt seine Hand einen Moment zu lang. Ihre Augen waren still, aber wach – wie der Fjord im Winter. Und dann ging Eirik. Ohne Zeremonie. Ohne Abschied. Nur mit dem Frost unter den Füßen und dem Wind in seinem Mantel. Er ging durch den Wald, an den Pfad, den nur wenige kannten. Er sah kein Tier, hörte keinen Laut, nur das Knacken seiner eigenen Schritte. Der erste Tag war voller Fragen. Der zweite voller Stille. Am dritten spürte er, dass etwas in ihm aufbrach – wie eine Tür, die lange geschlossen war. Er wusste nicht, wohin er ging. Aber er wusste, dass er nicht zurückkehren würde, bevor er etwas gefunden hatte. Nicht Ruhm. Nicht Beute. Etwas anderes. Etwas, das sein Blut schneller fließen ließ und seine Gedanken langsamer. Etwas wie … ein Name, den er sich selbst geben konnte.
Kapitel 2: Die Feuerfrau
Der vierzehnte Tag seiner Reise brachte Eirik an einen Ort, der still war wie das Herz zwischen zwei Schlägen. Das Tal war klein und verborgen, eingerahmt von Felsen und hellen Birken. Zwischen dem Laub dampften heiße Quellen. Der Geruch von Moos, Rauch und wildem Thymian lag in der Luft. Hier begegnete er ihr zum ersten Mal. Freya. Sie stand am Wasser, barfuß, mit einer Schale in der Hand. Ihr rotes Haar fiel wie Flammen über die Schultern, aber ihre Augen waren kühl wie klarer Himmel. Kein Schreck in ihrem Blick, kein Rückzug – nur prüfendes Staunen. „Du bist verletzt“, sagte sie, und er merkte erst da den Schnitt an seiner Seite. Ihr Vater, ein alter Kräuterkundiger, lebte mit ihr seit Jahren fern aller Dörfer. „Zu viele Menschen bedeuten zu viele Fragen“, hatte er einmal gesagt, als sie bei Tee am Feuer saßen. Eirik blieb – erst eine Nacht, dann drei, dann zehn. Es war nie ausgemacht. Er blieb, weil er aufhörte zu zählen. Freya war keine Heldin. Sie sprach leise, lachte manchmal schief, bewegte sich wie jemand, der nicht beeindrucken will. Und gerade deshalb traf sie ihn. Sie zeigte ihm Pflanzen, die Wunden schließen, und Worte, die nicht wehtun müssen. Sie sang, wenn sie Holz holte. Und wenn sie schwieg, war es nicht leer, sondern voll. Eirik begann, Dinge zu tun, die er nie getan hatte: Er schrieb mit Holzkohle auf Lederfetzen. Er schnitzte Muster in einen Stock. Er hörte sich selbst beim Atmen zu. Manchmal dachte er, das hier sei eine Art Heim – nicht wie Skjoldheim, wo alles hart war. Sondern wie etwas, das ihn wachsen ließ. Doch die Welt draußen vergaß ihn nicht. Es kam in der Morgendämmerung. Zwei Pferde. Drei Männer. Keine Warnung. Keine Fragen. Nur Hufgetrampel, Schreie, Feuer. Der Heiler fiel zuerst – mit einer Axt im Rücken, als er schützend vor seine Tochter trat. Eirik rannte, barfuß, durch Dornen, mit dem Jagdmesser in der Hand. Zu spät. Freya lag im Gras, rot durchtränkt, die Augen offen. Kein Blut auf den Lippen – sie war nicht schön im Sterben. Sie war einfach tot. Und Eirik, der alles sagen wollte, fand keine Worte mehr. Die Männer verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren. Kein Überfall – nur ein Zeichen, ein Krallenhieb der Welt, der sagte: Fühl nicht zu viel. Eirik trug ihren Körper allein zum Feuerplatz. Kein Lied. Kein Gebet. Nur Wind und Flammen. Als der Rauch stieg, wusste er: Das hier war sein Ende. Nicht körperlich – aber innerlich. Was immer weich war, wurde nun hart. Was offen war, wurde nun kalt. Und was lieben konnte, lernte zu hassen.
Kapitel 3: Der Eiswolf
Der Schnee fiel still, als Eirik zurückkehrte. Nicht nach Skjoldheim. Noch nicht. Erst in den Norden, in die Eiswälder, wo kein Name mehr eine Bedeutung hatte. Dort, wo Wölfe jagen und Männer schweigen. Dort, wo selbst Erinnerungen erfrieren. Er baute sich einen Unterschlupf aus Fels und Fell. Kein Dach, nur Schutz. Kein Zuhause, nur Höhle. Die Tage verbrachte er schweigend, mit dem Schärfen seines Messers, dem Aushöhlen von Tierknochen, dem Üben an Holzstämmen. Die Nächte waren grau. Ohne Träume. Wenn er schlief, roch er noch das verbrannte Haar. Wenn er aufwachte, spürte er das Pochen der Schuld. Also hörte er auf zu schlafen. Es sprach sich herum, dass in den Nordwäldern einer sei, der Feinde zerlegte wie Holz. Die ersten zwei, die ihn fanden, hatten gehofft auf einen leichten Kampf. Sie starben schnell. Der dritte floh – und trug einen Namen zurück: „Eiswolf“, sagte er. „Augen wie Glas. Haut wie Stein. Keine Stimme. Nur das Messer.“ Und Eirik schwieg. Er wurde zu einem Werkzeug. Ein Geist. Wer ihn anheuerte, bekam kein Gespräch. Nur einen Blick – und den Tod des Feindes. Manchmal schlief er unter dem Tisch. Manchmal im Schlamm. Es war ihm egal. Er war kein Mensch mehr. Nur Bewegung. Die wenigen, die ihn sahen, beschrieben eine Gestalt in dunklem Fell, mit Axt, Dolch und leerem Blick. Kein Ruf nach Ruhm, keine Beute, keine Freude. Nur der Wille, Dinge zu zerstören, die einst schön waren. Denn Eirik hatte eins gelernt: Was man liebt, kann man verlieren. Was man tötet, nicht.
Kapitel 4: Der Blick
Die Nacht war noch nicht vorbei, als Eirik das Feuer sah. Er war den Rauch gewohnt. Überall, wo Menschen lebten, brannten sie Holz – oder Häuser. Doch dieses Feuer war anders. Kein Überfall, keine Schreie. Nur ein ruhiges Licht, gleichmäßig und still, als hätte es keine Angst, entdeckt zu werden. Er näherte sich lautlos. So wie er es gelernt hatte. Was er sah, war ein kleines Lager. Drei Zelte. Ein hölzernes Schild an einem Baum. Und eine Frau, die dort stand wie ein Stein. Sie war allein. Die anderen schliefen – oder waren tot, das konnte man nicht wissen. Sie trug ein Kettenhemd über dunklem Stoff, das Haar zu einem festen Knoten gebunden. In der Hand: nichts. Auf dem Gesicht: keine Furcht. Er hob die Axt. Sie sah ihn. Und sie bewegte sich nicht. Nicht aus Starrheit. Sondern aus Haltung. Ihre Augen suchten nicht nach Fluchtwegen, nicht nach Waffen, nicht nach Hilfe. Sie sah ihn an. Nicht den „Eiswolf“. Nicht den Schatten. Sondern den Mann. Einen Moment lang war da kein Schnee. Kein Blut. Nur dieser Blick. „Du willst mich töten?“ fragte sie. Eirik sagte nichts. „Dann tu es. Oder setz dich.“ Er setzte sich. In dieser Nacht sprach sie mehr als er in zwei Jahren. Ihr Name war Astrid Ulvsdottir, Tochter eines Kriegers, Enkelin einer Skalde. Sie kannte Geschichten. Konnte kämpfen. Und sie konnte schweigen, ohne dass es leer wurde. Sie war nicht interessiert an seinem Ruf. Nur an seinem Schweigen. Am nächsten Tag war sie fort. Doch er folgte ihr. Nicht weil er es wollte – sondern weil er es musste. Immer mit Abstand. Immer verborgen. Aber da. Und jedes Mal, wenn sie ihn sah, sagte sie nichts. Aber sie sah ihn.
Kapitel 5: Heimkehr
Die Schlacht war längst vorbei, als Eirik das Dorf erreichte. Er hatte den Rauch gerochen, Tage entfernt. Jetzt lagen die Hütten zerschlagen, das Heu verbrannt, der Schnee schwarz vom Ruß. Er sah Leichen. Männer. Alte. Auch Kinder. Aber kein Blut mehr – der Frost hatte alles gestoppt. Nur einer bewegte sich. Astrid. Sie kniete am Rand des Brunnens, eine Wunde an der Stirn, ein Kind in den Armen. Ihr Schild lag gebrochen neben ihr. Als sie ihn sah, zuckte sie nicht. „Du bist spät“, sagte sie. Er sagte nichts. Doch zum ersten Mal blickte er nicht durch sie hindurch – sondern in sie hinein. Und was er sah, war Leben. Er trug sie in das, was vom Heilerhaus übrig war. Machte Feuer. Gab ihr Wasser. Näherte sich dem Kind, das zitterte, aber atmete. Sie hatte es gerettet. Er wusste nicht, wie. Aber sie war noch da. Und auch er – obwohl nichts ihn gezwungen hatte zu bleiben. Astrid sprach wenig. Fragte nicht, woher er kam. Doch sie reichte ihm Kräuter. Wickelte seinen Arm, als er sich schnitt. Und eines Abends sagte sie nur: „Ich weiß, dass du einst jemand warst.“ Er antwortete: „Ich bin niemand mehr.“ Sie lächelte. „Dann fang an.“ Die Tage wurden länger. Der Schnee schmolz. Sie baute wieder. Er half. Der Wolf in ihm war noch da – aber er heulte nicht mehr. Er sah zu. Hörte zu. Und zum ersten Mal seit Freyas Tod: Er schlief. Nicht wie ein Krieger. Sondern wie ein Mensch.
Kapitel 6: Rückkehr
Skjoldheim war kleiner geworden. Nicht wirklich. Die Häuser standen noch, das Langhaus war sogar ausgebaut. Aber für Eirik, der zwischen Fjord und Feuer gelebt, geliebt, getötet und geheilt hatte, war alles dort ... stiller. Er kehrte nicht zurück mit Trommeln. Kein Ruf hallte durch das Tal. Nur seine Schritte im Schnee – allein. Einige erkannten ihn. Andere taten so, als nicht. Die Alten sahen seinen Blick und nickten. Die Jungen tuschelten: „Ist das der, von dem sie sagten …?“ Er sprach mit niemandem. Nur mit dem Grab seines Vaters. Thorbjørn war gestorben – nicht im Kampf, sondern im Schlaf. Ragna, seine Mutter, war grau geworden. Sie stand an der Tür, sah ihn, sagte nur: „Dein Platz ist noch da.“ Und er setzte sich. Er blieb ein paar Tage. Helfend, schweigend, wach. Dann ging er in die alte Halle und ritzte mit dem Messer Zeichen in den Balken – Runen, die nur er verstand. Sie erzählten seine Reise. Sein Schweigen. Seine Liebe. Seine Wut. Und sein Erwachen. Er wusste, dass die Welt ihn wieder rufen würde. Dass Kampf noch kommen würde. Aber er war nicht mehr der, der gegangen war. Er war nicht mehr Eiswolf. Nicht mehr Sohn. Nicht mehr Niemand. Er war Eirik. Und der Wind las seinen Namen.
"Wind über Skjoldheim"
Rauch in den Dächern, der Morgen ist schwer Nebel wie Schweigen, der Blick leer Die Welt ruft – doch sagt nicht was Ich geh los – kein Kompass, kein Maß In der Hand nur das Horn vom Greis Glatt gerieben – Zeichen aus Eis „Nicht Mut,“ sagt er, „sondern Stärke. Die hält dich im Sturm. Die reißt dich nicht weg.“ Wind über Skjoldheim kennt meinen Namen noch nicht Ich geh ohne Hymnen doch mit Feuer im Blick Kein Schild, kein Ruhm nur mein Wille, mein Weg Fallen. Aufsteh’n. Das ist, was zählt. Vater sprach nie von Gefühlen Doch heut klang er fast wie weich „Geh, nicht um zu kämpfen – geh, damit du dich erreichst.“ Wälder – Brüder im Stillen Berge – Flüstern im Stein Ich will kein Ruhm, keine Krone nur Spuren, die echt und klein Drei Tage. Kein Laut. Kein Licht. Doch innen… bewegt sich was in mir Ein Riss – ein Funkenschlag Und ich spür: Ich bin hier. Wind über Skjoldheim du wirst mich vielleicht versteh’n Kein Held, kein Lied – doch ein Funke im Schnee Ich geh ohne Namen doch mit Glut in der Brust Sturm, Leben, Tiefe – und eine Stimme, die muss.
"Die Feuerfrau"
Vierzehn Tage nur Stille und Stein
Dann fand ich das Tal, es ließ mich hinein
Birken wie Blicke, Quellen aus Dampf
Und dann sah ich sie – barfuß im Schlamm
Kein Schrecken im Blick, kein Wort zu viel
Nur: „Du blutest da“ – und ich blieb im Spiel
Sie war nicht laut, sie war nicht groß
Doch alles an ihr war wie Atem – bloß
Sie war mein Feuer
Und ich war ihr Eis
Doch ich schmolz, ohne Schmerzen
Ganz still, ganz leis
Sie sang beim Holzhacken
Schrieb mir ins Herz
Doch ich las es zu langsam
Und vergaß, wie man schützt
Tee über Asche, Nächte mit Glanz
Worte wie Wasser, keine Distanz
Ich lernte zu fühlen, zu lauschen, zu sehn
Ein Ort, der mich wollte – ließ mich besteh’n
Doch was weich war, wurde verraten
Drei Reiter, ein Morgen, zu viele Taten
Ihr Vater fiel wie ein Stamm im Sturm
Und Freya wie Feuer, das nicht mehr brennt
Kein Lied an der Feuerstelle
Kein Gebet auf dem Stein
Nur Rauch und der Himmel
Und ich – ganz allein
Sie war mein Feuer
Und ich war ihr Eis
Jetzt bin ich nur Schatten
Und der Klang von Verweis
Ich schnitt ihre Runen
In mein eigenes Fleisch
Und schwor mir im Flammenlicht:
Nie mehr weich
"Der Eiswolf"
Ich kam zurück mit Frost in der Brust
Keine Tränen mehr, kein Wort, kein Verlust
Nur Schnee unter Füßen und Feuer im Blick
Und die Stimme der Nacht, die mich drängt und schickt
Ich grub mich ein in Stein und Tier
Baute kein Heim, nur ein Revier
Messerklingen wurden mein Lied
Und das Echo war alles, was mir blieb
Sie nannten mich Eiswolf
Weil nichts mehr in mir brennt
Ich spür keinen Himmel
Nur das, was zerfällt
Keine Liebe, kein Lied
Nur Gewalt, die mich lenkt
Und wenn du mich siehst –
Dann ist es zu spät
Zwei Männer lachten, dann starben im Schnee
Der dritte lief, jetzt kennt man mein Reh
Ich trage kein Banner, kein Schild, kein Schwur
Nur das, was ich bin – Natur gegen Natur
Ich schlafe im Schlamm, ess Blut mit den Händen
Hab keine Fragen, nur Dinge zu beenden
Sie nennen mich Geist – doch ich bin aus Fleisch
Nur ohne Gefühl. Und ohne Bereich.
Ich hab mal geliebt – das war mein Fehler
Jetzt lieb ich die Stille und klinge wie Stahl
Wenn ich komm, dann leise
Und nie zweimal
Sie nannten mich Eiswolf
Weil nichts mehr in mir lebt
Kein Gebet, keine Hoffnung
Nur das, was vergeht
Ich bin nicht mehr Eirik
Ich bin was man fürchtet
Und ich bleib, bis der Letzte
Seinen Namen verwischt
"Der Blick"
Ich sah ihr Feuer in dunkler Nacht
Kein Kampf, kein Schrei, nur leise Macht
Drei Zelte, ein Schild, kein Laut im Wind
Und sie stand dort, als wär sie blind
Doch sie sah mich – und wich nicht zurück
Keine Angst, kein Ruck, kein Trick
Nur dieser Blick, der alles durchdringt
Wie Stahl, der fragt, ob man noch empfindet
Sie sah mich
Nicht den Wolf, nicht das Blut
Nur den Mann,
Hinter dem, was er tut
Sie sprach: „Dann töte,
Oder setz dich ins Licht“
Und ich schwieg –
Und tat es nicht
Astrid, Tochter des Ulv genannt
Hielt kein Schild, doch war wie Wand
Sie sprach von Ahnen, vom Fall, vom Mut
Doch nie von mir – sie roch meine Glut
Ich folgte im Schatten, blieb immer weit
Doch immer sah sie – und schwieg erneut
Kein Wort, kein Ruf – nur dieser Blick
Der mir sagte: Es gibt noch mich
Ich war ein Messer, sie war ein Stein
Und doch schnitt ich nicht – ließ es sein
Weil etwas in mir, das längst verbrannt
Still glomm – bei ihr, am Rand
Sie sah mich
Nicht mein Schweigen, nicht mein Tod
Nur mein Herz,
Verhüllt in Not
Ich stand wie ein Fels
Doch ich wankte im Blick
Denn sie sah mich –
Und ich wich zurück
"Heimkehr"
Ich kam zu spät, der Rauch war alt
Die Flammen tot, die Erde kalt
Doch mitten im Schwarz, da kniete sie
Mit Blut im Haar – und einem Kind auf dem Knie
Kein Ruf, kein Schrei, nur ein Blick, der blieb
„Du bist spät“, war alles, was sie mir schrieb
Ich trug sie hinein, nicht weil ich's sollt
Nur weil mein Herz – einmal kurz – gewollt
Feuer im Eis
Ein Funke, der bleibt
Ich dachte, ich wär
Für immer entgleist
Doch sie sprach nicht viel
Nur ein Satz in den Wind:
„Ich weiß, dass du
Mal jemand warst, mein Kind.“
Ich baute kein Heim – doch ich half beim Stein
Ich sprach kein Wort – doch ich blieb dabei
Sie kochte mir Wurzeln, verband meine Hand
Und ich schwieg, doch ich hörte – wie nie zuvor erkannt
Sie fragte nicht, woher ich kam
Doch ich saß da – und wurde zahm
Kein Wolf, kein Geist, kein Messer im Blick
Nur jemand, der nicht mehr zurück will zum Krieg
Ich träumte. Zum ersten Mal.
Nicht vom Blut. Sondern von ihr.
Vom Klang in der Hütte,
Vom Kind, das lacht.
Und von mir –
der atmet. Ganz sacht.
Feuer im Eis
Ich hab nicht gebrannt
Doch ich bin geblieben
Mit zitternder Hand
Und wenn sie mich fragt,
wer ich morgen wohl sei –
Sag ich: Vielleicht
Bin ich wieder dabei
"Rückkehr"
Skjoldheim war kleiner als ich’s verließ
Die Schatten alt, das Feuer verzieht
Kein Ruf, kein Tanz – nur Schnee und Stein
Und meine Schritte: endlich allein
Der Wind erkennt mich
Die Wände auch
Doch ich bin nicht mehr
Was ich einst brauch
Ich ritz Runen in Holz
Nicht für Ruhm, nicht für Macht
Nur Zeichen der Reise
Die mich neu gemacht
Sie erzählen vom Fallen
Vom Feuer, vom Eis
Und von dem, was blieb –
Trotz allem, was zerreißt
Der Platz war noch da, die Worte nicht
Ragna sah mich – und sah mein Gesicht
Kein Sohn, kein Wolf, kein fremder Blick
Nur Eirik – still und Stück für Stück
Ich sprach mit dem Stein, nicht mit dem Dorf
Gab der Stille mein neues Wort
Und in der Halle, im alten Licht
Schrieb ich mein Leben – Zeile für Sicht
Ich bin nicht der, der einst verließ
Nicht Eis, nicht Wut, nicht reines Nichts
Ich bin, was blieb –
Ein Lied, das jetzt spricht
Ich ritz Runen in Holz
Und mein Name ist klar
Nicht der, den sie gaben
Der, den ich war
Nicht der, der zerstörte
Nicht der, der verging
Ich bin der, der zurückkam
Und wieder beginnt
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